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Führungsstile

Bei der Leitung einer Kinder- oder Jugendgruppe hat der Leiter die Möglichkeit, verschiedene Führungsstile anzuwenden. Nimmt er mit der Gruppe z.B. Einheiten durch, bei denen ein Inhalt vermittelt werden soll, zeigt sich, ob der Gruppenleiter die Gruppe ganz alleine arbeiten lassen kann oder ihnen alles diktieren und vorschreiben muß. Der Stil, den der Gruppenleiter jeweils einschlägt, hängt auch von der Gruppe an sich ab. Bei schwierigeren Gruppen wird er automatisch eine ganz andere Disziplin verlangen als bei gut mitarbeitenden Teilnehmern. Auch die Zusammensetzung der Gruppenmitglieder in Bezug auf die beiden Geschlechter spielt hier eine große Rolle.

Alle verschiedenen Stile bergen immer einige Vorteile, aber sicherlich auch gewisse Nachteile in sich. Auch ist nicht jeder Stil für jede Jugend- oder Kindergruppe und Altersgruppe anwendbar. Ebenso sind sie nicht klar voneinander trennbar, so daß ein Guppenleiter nicht immer nur eine einzige Richtung einschlagen kann.

Außerdem muß jeder Gruppenleiter seinen ganz eigenen Stil finden. Somit ist jeder eingeschlagene Führungsstil eine Mischung aus der Situation, der Gruppe und der Persönlichkeit des Gruppenleiters. "Bewertbar" ist ein Führungsstil nur in Bezug zum Ergebnis im Gruppenprozeß.

Drei Führungsstile (Modelle!)

  1. Autoritärer Führungsstil
  2. Demokratischer Führungsstil
  3. Laissez-Faire Führungsstil

Vorteile

Autoritärer Führungsstil

  • gute Kontrolle, Übersicht
  • ungestörtes Programm
  • Gesetze: Jugendschutzgesetz
  • keine langen Diskussionen
  • Teilnehmer wissen, was sie zu tun haben
  • Feste Regeln geben Sicherheit
  • Disziplin
  • Ruhe in der Gruppe

Demokratischer Stil

  • Eigenständigkeit
  • Kompromisse werden geschlossen
  • motivieren
  • Abwechslungsreiche Ideen
  • Vertrauen zum Teamer
  • Gemeinwohl wird verstärkt
  • Verbote werden eingesehen
  • Das Verständnis für die meisten Probleme ist vorhanden
  • Die Möglichkeit zum kreativen Entfalten ist gegeben
  • Meinungsfreiheit
  • Gleichberechtigung
  • Möglichkeit zur Eingliederung von Außenseitern

Laissez-faire Stil

  • Entscheidungsfreiheit
  • Entlastung des Teamers
  • manchmal: Selbständigkeit
  • Der Gruppenleiter benötigt kaum Vorbereitungszeit
  • Es sind größere Freiheiten vorhanden
  • eigenes soziales Gefüge
  • Unbeliebtheit des Leiters gering

Nachteile

autoritärer Stil

  • Trotzreaktion
  • keine Entwicklung freier Meinung
  • Lustlosigkeit
  • weniger Eigeninitiative (Ängste, Haß auf Teamer)
  • kein Vertrauen
  • weniger oder kein Selbstbewußtsein
  • Hierarchie wird gefördert
  • Gruppeninteresse wird unterdrückt
  • Gruppen sind steif
  • Rivalität der Gruppenmitglieder
  • Kritikfähigkeit wird unterdrückt
  • Die Eigenverantwortung des Gruppenmitgliedes wird durch die Autorität des Leiters geschwächt
  • Talente werden nicht erkannt und folglich nicht gefördert
  • Aus Angst wird Aggression, daraus Gewalt
  • Gruppenzwang

Demokratischer Stil

  • Zeitaufwendig für den Gruppenleiter
  • schwierig für den Gruppenleiter
  • sehr altersabhängig
  • keine "optimalen" Lösungen
  • die vielen Diskussionen können langweilig werden

Laissez-faire Stil

  • Es wird versucht, die Grenzen zu übergehen
  • Unzufriedene Minderheiten
  • Toleranz zwischen den Teilnehmern zerstört
  • Mißbrauch von Gesetzen
  • Teamer wird nicht mehr ernst genommen
  • Keine Verantwortung
  • Schwächere bleiben auf der Strecke
  • Resignation
  • Keine Eigeninitiative
  • Kein "Wir"-Gefühl
  • Kein Zusammenhalt der Gruppe
  • Hohe Gefahr der Verletzung der Aufsichtspflicht
  • Aufspaltung der Gruppe
  • Außenseiter bilden sich

Copyright © Klaus Vogler
Letzte Aktualisierung am 25. November 2004
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