Home Gruppenpädagogik Führungsstile Geschlechtsspezifische Jugendarbeit
   Materialsammlung für Gruppenleitergrundkurse
 Gruppenpädagogik

Altersstufen

Die 3 bis 6-jährigen

Entwicklungsstand Sehr starke Ich-Bezogenheit. Die Wirklichkeit kann nur vom eigenen Erlebnisbereich her wahrgenommen werden. Wollen entdecken und lernen, sind lebendig und impulsiv.
 
Ziel für das Gruppenmitglied Notwendige Abreaktion der motorischen Unruhe. Bestätigung des Selbstwertgefühls.
 
Spiele/Tätigkeiten Die Kinder beobachten und ahmen mit Motivation von der/dem GruppenleiterIn nach, (Imitationsspiele, Rollenspiele, Sandspiele, Knete, Bewegungsspiele, Märchen, Bilderbücher, Erzählen).
 
Durchführung Genaue Spielanleitung geben. Fragen beantworten. Weiterentwicklung durch Förderung von Kreativität, Koordinationsvermögen, Konzentrationsvermögen usw.
 
Regeln Eindeutige Unterscheidung von den Gruppenleitern zwischen Recht und Unrecht. Das Kind kann nur in Gut und Böse denken, da kein ausreichender Erfahrungsbereich vorhanden ist (Schwarz-Weiß- Denken).
 

Die 6 bis 8-jährigen

Entwicklungsstand Die Interessen sind schon individuell ausgeprägt. Aufgeschlossenheit. Größere Konzentrationsbereitschaft als bei 3-6-jährigen. Sie versuchen, intensiv ihre Meinung durchzusetzen.
 
Ziel für das Gruppenmitglied Abenteuer erleben. Regeln beim Spiel erlerne und achten lernen. Wissensdurst befriedigen. Sich messen. item [Spiele/Tätigkeiten] Gruppenspiele, Wettspiele, Ballspiele, Geländespiele usw.
 
Durchführung Auf Fairneß- und Regeleinhaltung achten. Eigeninitative fördern, Selbstvertrauen geben
 
Regeln Das Schwarz-Weiß-Denken ist noch vorhanden (starkes Gerechtigkeitsgefühl). Die Kinder verlangen nach einem für alle gültigen Regelnetz zur Bildung von Werten und Normen. Ihr Bild von einer gerechten Welt- und Wertordnung wird dadurch bekräftigt.
 

Die 8 bis 12 -Jährigen

Entwicklungsstand Wissensdrang. Die Interessengebiete sind gefestigt. Auflösung der starken Ich-Bezogenheit. Interesse am Fremden, Neuen. Die Kinder können Erlebnisse über den eigenen Erfahrungsbereich hinaus einstufen. Sie sind in der Lage, historisch zu denken und haben daher Interesse an Erzählungen aus der Vergangenheit, fremden Kulturen, Abenteuergeschichten. Das Verlieren im Spiel wird gleichgesetzt mit Prestige- und Würdeverlust.
 
Einstellung zu Gleichaltrigen Es bildet sich eine Rangordnung. Körperliche Schwächen und Gleichgültigkeit gegenüber der gängigen Meinung der Gleichaltrigen und gemeinschaftsfeindliches Verhalten wird nicht akzeptiert. Wer dazu gehören will, muß sich mit der allgemeinen Meinung der Gruppe identifizieren.
 
Ziel für das Gruppenmitglied Neue Interessen entdecken. Wissensdurst befriedigen. Messen mit den anderen. Erfolg erleben.
 
Spiele/Tätigkeiten Teamspiele (Völkerball, Fußball), Gesellschaftsspiele, Geschicklichkeits- und Wettspiele, Rollenspiele, Geländespiele, Piratenspiele.
 
Durchführung Der/die GruppenleiterIn soll als BeraterIn und KameradIn agieren. Die Eigeninitative sollte unterstützt werden.
 
Regeln Das Schwarz-Weiß-Denken löst sich auf. Die Kinder die idealisierten Werte und Normen ihrer Vorstellung von einer gerechten Welt- und Wertordnung zu relativieren.
 

Die 12 bis 15 -Jährigen

Entwicklungsstand Entdecken der eigenen seelischen Innenwelt. Pubertät. Disharmonie zwischen Körper und Empfindungen. Daraus entstehen Unsicherheiten (z.B. gegenüber dem anderen Geschlecht). Bestätigung durch das Gruppenleiterteam wird wichtig. Sie betonen ihre Selbständigkeit, sie legen Wert auf Äußeres. Diese Alterstufe reagiert empfindlich auf Kritik.
 
Ziel für das Gruppenmitglied Streben nach Selbständigkeit, Bestätigung. Das Bestreben nach positiver Wirkung auf andere ist besonders stark. Durch Machtkämpfe werden Positionen in der Gemeinschaft erreicht und gefestigt.
 
Einstellung zu Gleichaltrigen Gleichaltrige erhalten einen größeren und neuen Stellenwert. Sie werden den Bereichen von Familie und Schule gleichwertig. Die Familie ist nicht mehr der zentrale Lebensbereich. Interesse am anderen Geschlecht.
 
Spiele/Tätigkeiten Anlässe zu Diskussionen geben. Tanzmöglichkeiten (Disco, Feten) geben. Begegnung mit dem anderen Geschlecht. Die Mitglieder haben Probleme mit Kinderspielen, da sie um Abgrenzung zum Kindsein bemüht sind.
 
Durchführung Auf eigene Wünsche und Vorstellungen der Gruppe eingehen. Der/die GruppenleiterIn ist BeraterIn und sollte Vertrauensperson sein. Möglichkeiten zur Selbstentwicklung geben. Freiheiten geben, aber nicht die "Kontrolle" verlieren.
 
Regeln Situationsgebundene Zurechtweisungen.
 

Weiteres Material hier.


Copyright © Klaus Vogler
Letzte Aktualisierung am 25. November 2004
Home Gruppenpädagogik Führungsstile Geschlechtsspezifische Jugendarbeit