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Spielepädagogik

Tips für SpielleiterInnen

Die ideale Spielleiterin, den idealen Spielleiter gibt es nicht! Jede/r sollte versuchen, seinen/ihren eigenen Stil zu finden. Deshalb sind die folgenden Tips und Hilfen kein allgemeingültigen Regeln. Wichtig ist nur, daß der/die SpielleiterIn selber Lust zum Spielen hat - sonst ist es schwer, andere dafür zu motivieren. Falsch ist auf jeden Fall, als Spielleiter "über den Dingen" zu stehen bzw. "seine Methoden draufzuhaben". Es geht darum, für neue Erfahrungen offen zu sein, denn jedes Spiel ist anders, neu und ungewohnt. Der Spielleiter sollte mit der Gruppe zusammen gestalten lernen, Erfahrungen sammeln.

Einige Hinweise:

  • Wenn die anderen TeamerInnen nicht direkt als SpielleiterIn eingesetzt sind, sollten sie sich um das Umfeld kümmern.
    Dazu gehört:
    • das Spielgeschehen beobachten (Positives und Negatives merken)
    • sich um AußenseiterInnen kümmern
    • sich selbst als TeilnehmerIn in das Spiel einbringen
    • wichtig ist hier wieder: gute Zusammenarbeit im Team
  • Als SpielleiterIn habe ich eine besondere Aufgabe. Ich muß die Anleitungsfunktion übernehmen, darf mich aber nicht aus dem Spielgeschehen ausschließen.
  • Spielhemmungen müssen überwunden werden bzw. dürfen gar nicht aufkommen.
  • Es muß also beachtet werden:
    • möglichst keine Zuschauer
    • bei bestimmten Spielen Musikuntermalung
    • einfache, deutliche Spielregeln
    • SpielleiterInnen sollten so oft wie möglich mitspielen
    • mit Lockerungsspielen beginnen
    • anschließend sollten die Gruppe Erfahrungen austauschen (nach bestimmten Spielen)
  • Als SpielleiterIn darf ich nicht "starre/r" VollstreckerIn sein, sondern muß durch gute Vorbereitung sicher werden. Dazu gehört:
    • ich habe mehrere Spielvorschläge
    • ich habe notwendiges Material
    • ich habe mir Gedanken über die Wünsche der MitspielerInnen gemacht

Vorüberlegungen

  • Mit welcher Gruppe habe ich es zu tun? (Wo liegen die Interessen, Wünsche, Probleme, Spielerfahrungen, Vorlieben, Schwächen, ... der TeilnehmerInnen).
  • Was will ich mit den Spielen erreichen?
  • Welche äußeren Bedingungen muß ich berücksichtigen? (Räumlichkeiten, Ungestörtheit, Dauer, ...).
  • Welche Materialien benötige ich?

Auswahl der Spiele

  1. Spiele zu Beginn
    • Spiele, die nicht gleich TeilnehmerInnen ausschließen, weil sie zu aktiv sind oder besondere Fähigkeiten verlangen.
    • Spiele mit einfachen Regeln.
    • Wenn sich die TeilnehmerInnen untereinander nicht kennen, keine Spiele mit zu engem Körperkontakt.
    • Keine Spiele, bei denen sich einzelne TeilnehmerInnen vor der Gruppe produzieren müssen.
    • Spiele, bei denen andere jederzeit dazukommen können.
  2. Zusammenstellung der Spiele
    • Es sollte darauf geachtet werden, daß aktive mit ruhigen Spielen sich abwechseln und die Betonung mal mehr beim Einzelnen, mal mehr bei der Gruppe liegt.

Die Rolle des Spielleiters/der Spielleiterin zu Beginn

  • Der/die SpielleiterIn sollte Spiele auswählen, bei denen er/sie sich selbst wohlfühlt bzw. die einem selbst viel Spaß machen (Motivation!).
  • Der/die SpielleiterIn sollte sich selbst als MitspielerIn einbringen.
  • Dazukommende TeilnehmerInnen im Spiel sollten miteinbezogen werden oder es sollte zu einem neuen Spiel übergeleitet werden.

Spielerklärung

  • Die Regeln in eine Geschichte packen (dadurch wird Motivation und Spannung erzeugt; meistens wird dadurch auch die Spielidee - besonders bei Kindern - besser verstanden).
  • Bei komplizierten Abläufen: Mit einem/r TeilnehmerIn demonstrieren oder in "Zeitlupe" durchspielen.
  • In zwei Schritten spielen, d.h. mit einfachen Regeln beginnen und nach einiger Zeit eine Regel hinzufügen.
  • Standpunkt so wählen, daß alle Teilnehmer gut sehen und verstehen können.

Spielgeschehen

  • Veränderungen des Regelwerkes zulassen.
  • Für die Sicherheit der TeilnehmerInnen sorgen (Platzbeschaffenheit, Belastbarkeit der TeilnehmerInnen).
  • Gleichstarke Gruppen wählen.
  • Die Spiele sollten nicht "totgespielt" werden, ebenso sollten Abweichungen von der Planung aber auch Verlängerungen oder Wiederholungen zugelassen werden.
  • Die Spiele/Veranstaltungen mit einem gemeinsamen Spiel/"Zeremonie" beenden.

Spielen mit verschiedenen Altersgruppen

Kinder Kinder haben einen starken Bewegungsdrang, auf den der/die LeiterIn eingehen sollte. Es muß eine Verbindung von ruhigen und aktiven Spielen bestehen, da Kinder bei nur ruhigen Spielen irgendwann ihre innere Spannung loswerden müssen.
Jugendliche Viele Jugendliche empfinden Spiele als "Kinderkram"! Das heißt nicht, daß sie nicht gerne spielen, sondern sich durch ihr erzogenes Verständnis nur zu alt für solche Dinge fühlen. Ich muß als LeiterIn also regelrecht für meinen Spiele werben. Das Wort "Spielen" sollte dabei eventuell nicht benutzt werden, sondern eine Umschreibungen, wie z.B. eine Aktion starten/eine Ralley machen/`ne Session starten/eine Show aufziehen etc. Oft kann man Jugendliche gewinnen, indem man als LeiterIn einfach mit dem Spiel anfängt und die Leute mitreißt.
Erwachsene Erwachsene besitzen die größten Spielhemmungen. Spiele wie z.B. Volleyball, Skat, Schach, etc werden aufgrund des Regelwerks akzeptiert.
Aber eine Aufforderung, wie z. B.: "Alle bewegen sich jetzt wie Krokodile durch den Raum" wird schnell als blöd, kindisch, albern ("was soll denn das...") usw. abgewertet und abgelehnt.

Weitere Infos sind auch im Spielereader abrufbar.


Copyright © Klaus Vogler
Letzte Aktualisierung am 25. November 2004
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