Home Programmgestaltung Formen und Methoden der Jugendarbeit Trägerspezifische Angelegenheiten
   Materialsammlung für Gruppenleitergrundkurse
 Programmgestaltung

Öffentlichkeitsarbeit und Außendarstellung

Aufteilung in Kleingruppen (Gemeinde- und Kreisbezogen)

Aufgabe (am Schluß der Einheit stellen):

  1. Schreibt einen Bericht vom Gruppenleitergrundkurs an euren Kirchenvorstand! (Dieser Bericht wird auch abgeschickt!)
  2. Schreibt einen Bericht vom Gruppenleitergrundkurs an eure Tageszeitung/Kreiszeitung/EZ!

Ziel: Durch eine gezielt eingesetzte Öffentlichkeitsarbeit sollen Jugendliche/Kinder auf Projekte, Treffen oder Veranstaltungen aufmerksam gemacht werden und dazu bewegt werden, an diesen teilzunehmen.

Mittel zur Werbung
mündlich:

  • über den Pastor an die Gemeinde
  • direktes Ansprechen von Personen (z.B. auf dem Schulhof)
  • durch Mund zu Mund Propaganda
  • durch ein Anspiel ö. ä.

Wirkung: persönlicher Kontakt wird hergestellt, die Zielgruppe fühlt sich angesprochen, es werden zwar nur wenige Leute erreicht, aber diese gut.

schriftlich:

  • Einladungen (persönlich verteilt oder per Post)
  • Handzettel
  • Plakate
  • Zeitungsartikel
  • Gemeindebrief

Wirkung: es ist eher unpersönlich, bei "schlechter" Aufmachung ist eventuell ein "Reinfall" möglich. Es ist arbeitsintensiv, erreicht aber sehr viele Personen. Die Resonanz ist allerdings schlecht vorherzusagen.

Werbung

  1. Wen will man ansprechen? Alter, Mädchen/Jungen, Interessengruppen.
  2. Wie sollte die Werbung gestaltet sein?

Sechs W's

  1. WAS soll verkündet werden?
  2. WER organisiert, wer ist der Ansprechpartner?
  3. WANN findet das Programm/die Veranstaltung statt?
  4. WO findet das Programm/die Veranstaltung statt?
  5. WIE läuft das Programm/die Veranstaltung ab (kurz und bündig)?
  6. WARUM wird etwas angeboten (Sinn und Ziel)?

Einladung

Sie sollte kurz und einfach gehalten sein, sie sollte die Person direkt ansprechen, sie eventuell zum Nachdenken bewegen Die Einladung soll übersichtlich gestaltet sein und nicht zu viele Informationen enthalten.

Handzettel

Ähnlich wie bei Einladungen. Durch Falttechniken kann die Wirksamkeit erhöhte werden (z.B. Fenster, einfach oder doppelt gefaltet), eventuell können Felder abgeschnitten werden. Der Handzettel sollte "handlich", demnach nicht zu groß, sein. Der Slogan sollte ins Auge fallen.

Plakate

Große Schrift, übersichtliche Aufteilung, Verwenden von Bildern (Collagen, Fotos, Zeichnungen) kräftige Farben, wenig Text, 6 W's sollten ins Auge fallen.

Gemeindebrief/Zeitungsartikel

Sie sollten sachlich richtig sein, verständlich geschrieben, (kurze Sätze und keine Endlosketten, Verwendung von Tätigkeitswörtern, wenige Fremdwörter, ansprechend).
Material und technische Hilfsmittel können nach Bedarf, Verfügung beliebig eingesetzt werden.
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, z.B. Papier, Pappe, Filz-, Bunt-, Wachsstifte, Stoffe, Wollreste, Fotos, Zeichnungen, Computer, Fotokopierer, Druckgeräte (z.B. die Kartoffel)
"Ethik": Öffentlichkeitsarbeit dient dazu jemanden auf etwas Aufmerksam zu machen. Man sollte nicht versuchen falsche Hoffnungen zu wecken, aber trotzdem so wirksam wie möglich zu sein. Werbung für Jugendgruppen oder Projekte sind kein Wahlkampf!

Wann wird informiert?

  • ca 4 - 6 Wochen vorher
  • 2 Wochen vorher eine Erinnerung
  • Versucht, sämtliche Mittel zu nutzen
  • Arbeiten einteilen, wer gestaltet wann was wie?
  • Ansprechpartner angeben

Trennung von Evangelischer Publizistik und Öffentlichkeitsarbeit: (Für Fortgeschrittene)
Die Evangelische Publizistik ist eigenständig, der Kirche verpflichtet, aber nicht kritikunfähig.
Die Öffentlichkeitsarbeit wirbt für die Kirche (Werbung). Aber kirchliche Werbung muss der Wahrheit verpflichtet sein.

  1. Die Kirche tritt mit ihrem Verkündigungsauftrag unter Zuspruch und Anspruch Gottes der Öffentlichkeit gegenüber (vgl. den weltweiten Verkündigungsauftrag Matth. 28 oder die Aussendung der Jünger: Mt 10,5ff; Mk 3,7-13; Lk 9,1-5; 10,1-2). Es ist ein Öffentlichkeitsauftrag, kein Anspruch.
  2. Kirchen können der Öffentlichkeit gegenüberstehen, weil sie ein Teil der Öffentlichkeit sind, aber nicht in ihr aufgehen.
  3. Hirschler: In unserer Zeit muß die christliche Öffentlichkeitsarbeit kritischer Begleiter sein. Die Evangelische Publizistik ist nicht die Sache von Spezialisten, sondern die Sache aller. Die Kirche muß öffentlich werden. Was nicht in der Publizistik bekanntgemacht wird, existiert nicht in der Öffentlichkeit. Die Öffentlichkeit konstituiert sich z.B. über die Tagesschau. Wenn die Kirche nicht in der Tagesschau vorkommt, existiert sie nicht. Durch die Öffentlichkeitsarbeit können auch neue Kontakte hergestellt werden. Die Glaubwürdigkeit der Kirche in der Publizistik und der Kirche an sich beziehen sich aufeinander, sie können sich aber auch gegenseitig helfen.
  4. Die Kirche ist geprägt von der Mission, der Diakonie und der Gemeinschaft (Apostelgeschichte 2,47). Die evangelische Publizistik kontrolliert die Macht, sie ist vierte Gewalt im Staat oder in der Kirche.
    1. Der Anteil an der Mission: Durch direkte Verkündigungsarbeit in Zeitungen und Rundfunk.
    2. Der Anteil an der Diakonie: Die Eigeninteressen der Kirche können vorgestellt werden, der Auftrag der Stellvertretung für Alte, Arme, Kranke usw. kann wahrgenommen werden. In der Gesellschaft verdrängte Themen können angesprochen werden.
    3. Der Anteil an der Gemeinschaft: Die evangelische Publizistik kann zwischen den Religionen oder den Gruppen innerhalb der Kirche vermitteln.
  5. Die evangelische Publizistik kann das Eigeninteresse der Kirche verdeutlichen und die Stellvertretung wahrnehmen.
  6. Die evangelische Publizistik zielt auf die Freiheit und den freiwilligen Zuspruch. Sie muß überzeugend schreiben. Die evangelische Publizistik fördert alles, was befreiend wirkt und deckt alle Unterdrückung auf.
  7. Die evangelische Publizistik hält sich an die Gesetzmäßigkeiten der unterschiedlichen Medien und wird ihnen gerecht.
  8. Die evangelische Publizistik informiert über den Gegenstand des Glaubens und fördert das Gespräch darüber. Sie ist gegen den käuflichen Jornalismus (Stichworte: Gladbeck, O. J. Simpson oder Medienethik).
  9. Die evangelische Publizistik kann bei Resignation und Ohnmacht überwinden helfen. Sie steht nicht unter der Maxime: "Only bad news are good news."
  10. Die evangelische Publizistik ist um handwerkliche Qualität bemüht (die Bildzeitung hat auch eine hohe handwerkliche (!) Qualität).
  11. Die evangelische Publizistik braucht mehr Anerkennung und Förderung in der Kirche. Eine Bestimmung ist nötig, um einen allgemeinen Begriff z.B. "Gnade" für alle verbindlich zu definieren.

Evangelische Publizistik beginnt mit dem Fragen, es ist wichtiger als das Schreiben. Das genaue Fragen ist wichtig: Wer sagt mir was mit welchem Interesse. Journalisten sind hartnäckig (niemals mit nur einer Antwort zufrieden geben!). Die Wahrheit soll gefunden werden.
Fakten sind heilig, Kommentare sind frei!

Nachricht: Fakten
Bericht: Fakten, größere Bruder der Nachricht.
Reportage: Fakten, die Reportage ist ein erlebnisorientierter Bericht mit zeitlicher oder örtlicher Begrenzung (24 Stunden usw). Er ist durch einen deutlichen Anfang und ein deutliches Ende gekennzeichnet.
Feature: Fakten, eine persönliche Färbung des Berichtes wird erkennbar, Spannung kann gegeben werden, ein O-Ton ist erlaubt, der Text kann erlebt werden. Das Feature kann auch mit direkter Rede anfangen.
Kommentar: Der Kommentar bringt keine Fakten, er gibt die Meinung des Journalisten wieder, bezieht sich auf Fakten.

Nachrichten: Was macht eine Nachricht aus:

  1. Eine Nachricht ist neu. Neu ist nur etwas, was differiert, sich abhebt. ("Mann beißt Hund." Nicht: "Hund beißt Mann.")
  2. Die meisten Nachrichten laufen über Agenturen. Die Agenturen haben die Nachrichten z.B. von Pressestellen. An der "Spitze" einer Nachricht in einer Zeitung gehört der Ort der Nachricht und die Agentur z.B. Göttingen dpa.
  3. Agenturen müssen sich die Nachrichten holen (Hol-Schuld), die Kirche muß die Nachrichten bringen (Bring-Schuld). 90% der Nachrichten verschwinden im Papierkorb. Die kirchlichen Nachrichten sollen sich deshalb von anderen Nachrichten abheben. Die Überschrift und der erste Satz sind wichtig, damit eine Nachricht nicht im Papierkorb landet. Eine Nachricht muß sich durch Form und Inhalt abheben. Die Sprache muß der Situation angemessen sein.
  4. Nachrichten verderben. Der Journalistenfeiertag ist der Samstag, Sonntagmorgen ab 10.00 h können Nachrichten eingegeben werden.
  5. Das wichtigste steht im ersten Satz, die Überschrift muß zünden.
    1. Überschrift, sie ist nicht identisch mit dem ersten Satz.
    2. 1. Satz (alle Adjektive streichen!) Leadsatz.
    3. 1. Absatz. In ihm müssen die 5-7 W's untergebracht werden (Fakten): Wer hat Was Wo Wann Warum und Wie gesagt, und Woher weiß ich das. Eine Nachricht muß vom Schluß her zu kürzen sein. Also Hauptsatz, Schmuck und Hinweis.
      Leser und Autor müssen arbeiten, der Leser muß den ersten Satz verstehen. Ein Kausalsatz ist erlaubt.

Copyright © Klaus Vogler
Letzte Aktualisierung am 25. November 2004
Home Programmgestaltung Formen und Methoden der Jugendarbeit Trägerspezifische Angelegenheiten