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 Trägerspezifische Angelegenheiten

Andachten

Textauswahl

Der Text sollte sorgfältig ausgewählt werden. Man kann sich hierbei sehr gut auf Bibelstellen beziehen, man muss es aber nicht. Auch andere Texte, wie z.B. Kurzgeschichten, Liedtexte oder Gedichte, können sehr aussagekräftig sein. Denn das sollte die Hauptfrage sein, die man sich zuerst stellt: Was will dieser Text vermitteln? Was ist seine Aussage?

Textaussage

Um die Textaussage zu erfassen, eignet sich ein "Brainstorming". Brainstorming ist keine neue Extremsportart aus den USA, sondern bedeutet lediglich, dass man spontan das aufschreibt, was einem zu dem Gelesenen einfällt. Ein "Brainstorming" kann man gut nach dem ersten Lesen machen und dann erneut, nachdem man den Text kennengelernt hat.

Text kennenlernen

  • Während des Lesens wichtige Stellen für die Handlung und Aussage unterstreichen.
  • Den Text in Abschnitte einteilen oder die Geschichte in Szenen einteilen und Höhepunkte feststellen.
  • Den Textzusammenhang erfassen, ggf. den Ort und die Zeit des Geschehens mit einbeziehen und Zielgruppenfrage klären. Bei Bibelstellen sollte man auch Parallelstellen (Evangelien) lesen und Gemeinsamkeiten bzw. Differenzen erfassen.

Auslegung

Nun betrachtet man sich die Ergebnisse des Brainstormings. Sind diese unbrauchbar, sollte man den Text erneut, vielleicht aus einem anderen Blickwinkel betrachten oder sich einem anderen Text zuwenden, da ihm zu diesem scheinbar der Zutritt verwährt bleibt. Ist man mit den Ergebnissen zufrieden und der Meinung, man könne zu diesem Text eine Auslegung machen, müssen sie nun gedanklich und logisch sinnvoll zusammengefaßt werden.
Am Anfang sollte etwas kommen, daß das Interesse der Zielgruppe weckt. Gut eignet sich beispielsweise etwas, mit dem sich der Zuhörer identifizieren kann. Das könnte eine Erinnerung sein (Wißt ihr noch damals? Wer erinnert sich nicht an...?) oder ein Zitat (Jon Bon Jovi hat einmal gesagt...). Oder eine direkte Ansprache, die sich an den Zuhörer wendet. Man muß einen "Aha-Moment" beim Zuhörer erreichen, denn das bringt ihn zur Aufmerksamkeit und Konzentration. Ist das erreicht, kann man ihn mit dem Inhalt und der Auslegung des Textes "bombardieren".

Die Auslegung sollte folgende Punkte beinhalten:

  • Welche Fragen beantwortet der Text?
  • Welche Fragen lassen sich an den Text stellen?
  • Wo/wie ist hier Gottes Wirken zu erkennen?
  • Wie zeigt sich Christus den Menschen?
  • In welchem Verhältnis zu Christus stehen die einzelnen Menschengruppen?

Weiterhin sollte die Auslegung die Hauptaussage(n) des Textes sehr deutlich machen. Dies kann man gut mit Gleichnissen erreichen, indem man Beispiele aus jüngster Vergangenheit einbezieht (Auch heute noch ist der Mensch... dies zeigte sich wieder, als letzte Woche ...).

Lieder und Gebete

Die Auslegung ist der Mittelpunkt der Andacht. Auf die Aussage bzw. Thematik der Auslegung sollten sich auch Lieder und Gebet(e) der Andacht beziehen. Handelt sich die Auslegung z.B. um den Verlust eines nahestehenden Menschen, wie man damit umgehen kann und auf Gott vertraut, wäre das Lied "Hell strahlt die Sonne" nicht sehr angebracht sondern, vielleicht eher "Von guten Mächten" oder "Bewahre uns Gott".

Ablauf

Hat man nun die Elemente der Andacht ausgewählt, sollte ein fester Ablauf überlegt und notiert werden. Hierbei sollte man immer die Frage (wie bei der Auslegung auch) "Wie wirkt das auf den Zuhörer?" im Hinterkopf haben. Dieser Ablauf sollte dann auch während der Andacht eingehalten werden, damit der Vortragende bzw. die Vortragenden nicht aus dem Konzept gebracht werden.

Spezielle Formen

Der Mittelpunkt der Andacht muß aber nicht eine Auslegung sein. Will man beispielsweise bestimmte Reaktionen bei der Zielgruppe erreichen, eignen sich auch andere Hauptelemente. In der Morgenandacht, wo die Leute vielleicht erst einmal richtig geweckt werden müssen, eignet sich auch eine Aktion oder ein Spiel, um ihnen die Gute Nachricht nahezubringen. Es sollte aber schon Gottes Wort sein, das vermittelt wird. Bei der Abendandacht hingegen eignet sich dann vielleicht eher eine kurze Meditation, wenn man Ruhe und Müdigkeit erreichen will.

Beispielandacht

Lied: Bewahre uns Gott

Text: Spuren im Sand

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?"

Da antwortete er: "Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."

Margaret Fishback Powers

Copyright © 1964 Margaret Fishback Powers
Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen.
www.brunnen-verlag.de

Lied: Wir haben Gottes Spuren festgestellt

Gebet:

Herr, nicht selten geht es uns so wie dem Menschen in dieser kleinen Geschichte. Du scheinst uns total fern, und oft können wir gar nicht so recht glauben, dass da wirklich jemand ist - dass Du wirklich da bist. Gerade in den dunklen Minuten und Stunden scheint der Glaube an Dich das schwierigste der ganzen Welt zu sein. Manchmal hilft es aber dann, in die Vergangenheit zu schauen. Ist es mir nicht schon mal so schlecht gegangen? Habe ich nicht schon einmal solche Schwierigkeiten gehabt? Ist es dann nicht doch wieder aufwärts gegangen? Kam da nicht plötzlich fast unerwartete Hilfe? Solche Gedanken können einem wieder Mut machen, und in solchen Erlebnissen können wir Dich auch finden, wenn wir uns vielleicht etwas Mühe geben. Und vielleicht spüren wir dann irgendwann in uns auch diese kleine Gewissheit: "Ich bin nicht allein - da ist jemand da für mich, wenn alle anderen weg sind - mir kann nichts passieren." Doch der Weg dahin ist lang und auch beschwerlich. Begleite uns auf diesem Weg. Sei in unserer Nähe, und hilf uns Erfahrungen mit Dir zu sammeln. Hilf uns jemanden kennenzulernen, den wir weder sehen, hören noch direkt fühlen können. Darum bitten wir Dich.

Amen

Stationsgottesdienst

  1. Station "Stein"
    Baut mit eurer Gruppe einen Altar zum Thema. Sucht einige Bibelverse zum Thema. Fällt euch eine Geschichte dazu ein? Gebt jedem Teilnehmer einen Stein. Entwickelt eine Steinmeditation. Lied zum Thema.
  2. Station "Weg"
    Baut mit eurer Gruppe einen Altar zum Thema. Sucht einige Bibelverse zum Thema. Lasst die Gruppe bei euch einen Weg gehen (z.B. sich mit verbundenen Augen an einem Bindfaden entlangbewegen). Geschichte, Texte oder Worte zum Weg. Jemandem etwas auf den Weg geben.
  3. Station "Brot"
    Baut mit eurer Gruppe einen Altar zum Thema. Sucht einige Bibelverse zum Thema. Fälllt euch eine Geschichte oder Bibeltext dazu ein? Gebt ihr ihnen Brot zu essen. Lied. Worte zum Thema.
  4. Station "Wasser"
    Baut mit eurer Gruppe einen Altar zum Thema. Sucht einige Bibelverse zum Thema. Fällt euch eine Geschichte dazu ein? Gebt den anderen zu trinken. Lied, Gute Worte, Anspiel, Text.
  5. Station "Licht"
    Baut mit eurer Gruppe einen Altar zum Thema. Sucht einige Bibelverse zum Thema. Fällt euch eine Geschichte dazu ein? Gebt jedem Teilnehmer ein Licht. Worte zum Licht.

Abschluss mit Lied, Gebet und Segen

Werkstatt Gottesdienst

Der Werkstatt Gottesdienst ist geeignet, wenn man mit großen Gruppen innerhalb von ein bis zwei Stunden einen gemeinsamen Gottesdienst vorbereiten will. Man teilt sich in vier Gruppen:

  1. Gruppe: Raumgestaltung
  2. Gruppe: Lieder, Musik
  3. Gruppe: Gebete
  4. Gruppe: Verkündigung

und 1 Moderator/in

Jede Gruppe setzt sich zu Beginn der Vorbereitungsphase mit dem Bibeltext oder dem Thema des Gottesdienstes auseinander. Dann widmet sie sich ihrem Themenbereich.

Raumgestaltung: Verantwortlich ist die Gruppe für die Gestaltung des Raumes, in dem der Gottesdienst gefeiert wird. Dazu können gehören:

  1. Blumen
  2. Kerzen
  3. Altarschmuck
  4. sonstiger Schmuck
    aber auch
  5. Aufstellung der Stühle (auch am Bibeltext orientiert: Sturmstillung evtl. in Schiffsform, o.ä.)

Lieder und Musik Diese Gruppe ist veranwortlich für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. Dazu gehören:

  • Lieder auswählen
  • Liederzettel vorbereiten oder Gesangbücher/rote Hefte auslegen
    aber auch
  • für die musikalische Begleitung sorgen (Gitarristen ansprechen, o.ä.)

Gebete: Diese Gruppe bereitet die Gebete des Gottesdienstes vor und liest sie auch. Dazu gehören:

  • Eingangsgebet
  • Fürbittengebet
    oder auch
  • Vater unser
  • Glaubensbekenntnis
  • Segen

Verkündigung: Diese Gruppe ist veranwortlich für die Präsentation des Bibeltextes oder Themas. Sie kann sich:

  • eine Vortragsform ausdenken
  • ein Anspiel vortragen
  • eine Aktion machen
  • ...

Der Moderator/die Moderatorin
Er/sie geht während der Vorbereitung von einer Gruppe zur anderen und koordiniert die Beiträge (z.B. zwischen Gebetsgruppe und der Liedergruppe für ein "Herr erbarme dich" zwischen den Fürbitten). Im Gottesdienst führt er durchs Programm ("Wir singen jetzt Lied ..." oder "Wir sehen jetzt ein Anspiel zum Bibeltext", oder "Wir wollen Fürbitte halten"...etc.).


Copyright © Klaus Vogler
Letzte Aktualisierung am 25. November 2004
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